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		<title>6 Irrtümer: Ist die GEMA böse?</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jul 2015 16:32:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich unterhalte mich oft mit Kollegen, Veranstaltern und Bekannten über meinen Beruf. Früher oder später dreht sich das Gespräch meist auch um das Thema &#8222;GEMA&#8220; und dabei fällt mir immer wieder auf, welch schlechter Ruf dieser Verwertungsgesellschaft anhaftet. Nun frage ich mich, wie es kommt, dass fast 100% der Menschen,<a class="read-more" href="https://www.wilderpilger.de/6-irrtuemer-ist-die-gema-boese/">Weiter &#62;&#62;&#62;</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich unterhalte mich oft mit Kollegen, Veranstaltern und Bekannten über meinen Beruf. Früher oder später dreht sich das Gespräch meist auch um das Thema &#8222;GEMA&#8220; und dabei fällt mir immer wieder auf, welch schlechter Ruf dieser Verwertungsgesellschaft anhaftet. Nun frage ich mich, wie es kommt, dass fast 100% der Menschen, die keine GEMA &#8211; Mitglieder sind, zum einen nur eine sehr vage Ahnung davon haben, was diese überhaupt tut, und zum anderen der einhelligen Meinung sind die GEMA &#8222;gehöre abgeschafft&#8220; und betreibe &#8222;nur Geldschneiderei&#8220;. Da die Presseabteilung der GEMA offensichtlich unfähig ist, mit weit verbreiteten Irrtümern aufzuräumen oder wenigstens ihrer Verwertungsgesellschaft nach außen ein positiveres Gesicht zu geben, möchte ich hierzu einige Dinge erklären.</p>
<p>Ich bin als Komponist und Texter seit vielen Jahren Mitglied der GEMA und kann fast nur positives berichten. Ich beginne jedoch mit dem negativen, denn das ist schneller erzählt:</p>
<p>Die Verteilung der Gelder an die Mitglieder halte ich für undurchsichtig bis ungerecht, allerdings kann ich hier nur auf sehr dünnem Eis wandeln, weil mir selbst der genaue Durchblick im Abrechnungssystem fehlt. Mein Verlag ist so nett, die komplette Abrechnung und Reklamation (natürlich gegen Gebühr) zu übernehmen, daher kümmere ich mich darum nicht. Ich kann nur den Eindruck wiedergeben, den ich habe: Diejenigen, die sowieso einen Löwenanteil der Gelder erhalten, bekommen ganz automatisch im Verteilungsschlüssel noch mehr zugeschoben. Ob das nun ungerecht oder sinnvoll ist, mag jeder selbst beurteilen.</p>
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<p>Es überwiegt für mich das positive: Die GEMA überweist mir jedes Jahr Geld dafür, dass ich meine Kompositionen öffentlich aufführe. Und nicht nur 50 Euro. Es handelt sich fast um die Hälfte meiner Jahreseinnahmen. Wer würde sich schon darüber beschweren? Ich weiß: Diejenigen, die dieses Geld an die GEMA bezahlen sollen! Aber langsam, immer schön der Reihe nach&#8230; lasst mich zuerst ein  paar Irrtümer aufzählen:</p>
<ul>
<li><strong>Es ist ein Irrtum, dass die GEMA deine Kompositionen &#8222;schützt&#8220;. Dein  Recht an Deinen Musikstücken ist in Deutschland durch das Urheberrecht geschützt und ist nicht übertragbar. Du bleibst auch als Mitglied der GEMA im vollen Besitz der Rechte an Deinen Kompositionen. Sie treiben nur das Geld für Dich ein, wenn irgendjemand (auch Du) Deine Lieder spielt.</strong></li>
<li><strong>Es ist ein Irrtum, dass die GEMA nur für die &#8222;großen&#8220; Komponisten da ist. Jeder Komponist oder Textdichter kann Mitglied der GEMA werden. Und wenn die Kompositionen öffentlich aufgeführt werden, bekommen auch die &#8222;kleinen&#8220; ihr Geld.</strong></li>
<li><strong>Es ist ein Irrtum, dass die GEMA YouTube &#8211; Videos sperrt. Viele Musikvideos sind nicht verfügbar, weil YouTube sich standhaft weigert, von den riesigen Werbeeinnahmen eine angemessene Vergütung an die GEMA für die Streams zu bezahlen, die diese dann an die Urheber der Musik ausschütten könnte. <em>YouTube / Google sind hier die &#8222;Bösen&#8220;</em>, jedenfalls meiner Meinung nach.</strong></li>
<li><strong>Es ist ein Irrtum, dass man selbst für seine Musik an die GEMA bezahlen muss, wenn man sie öffentlich aufführt. Wenn die Band selbst ein Konzert veranstaltet, muss sie auch selbst die dafür anfallenden GEMA &#8211; Gebühren bezahlen, das müsste sie aber auch, wenn sie AC/DC covert &#8211; wenn sie aber gegen Honorar z. B. bei einem Stadtfest oder in einem Club auftritt, übernimmt der Veranstalter die Gebühren.</strong></li>
<li><strong>Es ist ein Irrtum, dass die GEMA horrende Gebühren von den kleinen Eckkneipen verlangt und sie damit in den Ruin treibt. Gut, hier lehne ich mich weit aus dem Fenster, weil ich das nicht mit harten Zahlen belegen kann, aber ich weiß, wie viel man für ein Beispielkonzert wie folgendes bezahlen müsste: Kleiner Club, 50 Gäste, 0 Euro Eintritt, Eine Band mit GEMA &#8211; pflichtigem Programm. Die Gebühren hierfür liegen im unteren zweistelligen Bereich. Und ganz ehrlich: Wer keine 30 &#8211; 50 Euro für das veranstaltete Konzert an die GEMA überweisen kann, weil ihm hierfür die Einnahmen fehlen, macht evtl. bei der Organisation des Ganzen irgendetwas falsch. <em>Auweia, jetzt bekomme ich bestimmt Prügel von den Veranstaltern, die das hier lesen&#8230; </em></strong><span style="color: #99cc00;">[edit: das aktuelle Tarifdatenblatt für Veranstaltungen mit Unterhaltungsmusik findet man <span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000; text-decoration: underline;" href="https://goo.gl/ViyXSC" target="_blank">hier</a></span></span>. Die Gebühren liegen gerade mal bei 5% der Ticketeinnahmen. Danke für den Hinweis, <span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000; text-decoration: underline;" href="http://www.christinalux.de/" target="_blank">Christina Lux</a></span></span>!]</span></li>
<li><strong>Es ist ein Irrtum, dass ohne die GEMA Musikveranstaltungen leichter wirtschaftlich durchzuführen wären und es mehr davon gäbe. Die Gebühren der GEMA machen nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten aus. Der Löwenanteil entfällt auf Künstlergagen, Saalmiete, Versicherungen und alles, was sonst noch so an Organisationskosten anfällt. Oder glaubt Ihr, dass ohne GEMA mehr Konzerte organisiert würden? Natürlich nicht. Das Problem der Konzertveranstalter ist die Freibiermentalität, nicht die GEMA. &#8222;Was, das Konzert kostet 2 Euro Eintritt? Für 4 Bands? Das ist mir zu teuer, da gehe ich wieder.&#8220; <em>Verdammte Geizkragen&#8230;</em></strong></li>
</ul>
<p>Meiner Meinung nach ist die GEMA für uns Komponisten und Textdichter die einzige Möglichkeit, in diesem Geschäft lngfristig Geld zu verdienen. Die unmögliche Erwartungshaltung, dass Musik heute überall kostenlos verfügbar sein muss, ist mir ein Dorn im Auge. Wer mit Hilfe von Musik seine Umsätze steigert oder überhaupt erst generiert, soll gefälligst an die Komponisten einen Teil abgeben. Das gilt für YouTube, für Stadtfeste und für Radiosender, für CD-Kopierer und kleine Eckkneipen gleichermaßen. Wenn Ihr das anders seht, dann stellt Euch einfach vor, wie Ihr Eure Samstagabende verbringen würdet, wenn die &#8222;Ware&#8220; Musik nicht verfügbar wäre, weil kein Komponist mehr für seine Arbeit Geld bekäme&#8230;</p>
<ul>
<li>Discothek mit Freunden, ein paar Cocktails und Tanzen: Aber ohne Musik! Vielleicht könnte man ja ein Hörspiel auflegen? Ach nein, das ist ja auch urheberrechtlich geschützt. Also Stille.</li>
<li>Irish Pub, ein paar Guinness und Spirituosen: Aber kein &#8222;Whisky in the jar&#8220;, weil nur GEMAfreie Musik gespielt würde</li>
<li>Die lange Autobahnfahrt, aber im Radio nur Nachrichtensendungen.</li>
</ul>
<p>Und was hat nun die GEMA damit zu tun? Ganz einfach: Sie sorgt dafür, dass Madonna von den Millionen, die mit ihrer neuen Single umgesetzt werden, einen Teil abbekommt. Und auch dafür, dass ICH, wenn ich mit MEINEN Kompositionen in einer Kneipe auftrete, einen Teil der Einnahmen für meine kompositorische Leistung bekomme. Die Gage ist für die Darbietung, nicht für die Komposition! Sonst müsste ich ja jedesmal, wenn ich Knockin&#8216; on heaven&#8217;s door gröle, einen Teil meiner Gage an Bob Dylan abgeben. Wäre blöd, oder? Würde irgendein Musiker noch auf die Bühne gehen, wenn er die Vergütung für seine Coverversionen selbst an die Urheber abführen müsste? Und würde irgendein Komponist noch komponieren, wenn er dafür keine Vergütung mehr bekäme? Denkt mal darüber nach&#8230; besonders die, die immer auf die GEMA schimpfen: Stell Dir einfach vor, wie Dein Leben ohne Musik wäre, dann weißt Du auch, was sie in Wirklichkeit wert ist.</p>
<p>Doch genug geflamed, abschließend ein Rat an alle Musiker, die nur Covers spielen: Füllt doch bitte nach jedem Konzert eine Musikfolge (GEMA &#8211; Liste) aus und schickt die gesammelten Listen gegen Ende des Jahres an die GEMA. Das würde die Verteilung der Gelder nicht nur gerechter machen, weil man genauer wüsste, was tatsächlich auf den Bühnen gespielt wird, sondern auch langfristig den Helene Fischers und Dieter Bohlens das Wasser abgraben. Die bekommen nämlich nur so viel Kohle von der GEMA, weil Ihr Covermucker zu faul seid, der GEMA zu schreiben, dass Ihr gar nicht &#8222;Atemlos&#8220; gespielt habt bei Euren letzten 50 Konzerten! Es schadet sicher auch nicht, wenn Ihr bei Euren Konzerten ein paarmal <a href="http://www.wilderpilger.de/wann-ist-ein-song-ein-song/">meine Komposition &#8222;Oneclap&#8220;</a> spielt, sie ist eines der vielseitigsten meiner Werke, die sich ausgezeichnet als perkussives Element eignet. Wenn Ihr sie nur auch auf die Liste schreibt!</p>
<p>Zweiter und letzter Rat, an die Musiker, die selbst komponieren und ihre Songs auch öffentlich aufführen: Werdet GEMA &#8211; Mitglieder! Der Jahresbeitrag ist momentan glaube ich bei 35 Euro, das ist glaube ich zu verschmerzen. Und wenn Ihr dann bei Euren 20 Konzerten im Jahr Eure 10 Songs spielt &#8211; und danach eine Musikfolge einschickt (!) &#8211; dann kommt von der GEMA Geld! Wird überwiesen auf EUER Konto! Vielleicht sind es 100 Euro, vielleicht auch 1000 Euro. Das weiß man nie so genau&#8230; aber es reicht auf jeden Fall, um mal mit der Band anständig einen trinken zu gehen, und das allein sollte es Euch schon wert sein.</p>
<p>Ich für meinen Teil kann nur über die GEMA &#8211; Hasser den Kopf schütteln, denn die meisten haben nicht die geringste Ahnung, wogegen sich Ihr Zorn eigentlich richtet. Sie lesen im Netz irgendwelche Halbwahrheiten wie &#8222;GEMA verlangt 1000 Euro von Seniorenkaffeekränzchen fürs Singen von Weihnachtsliedern&#8220; und glauben sie dann. Das meiste, was darüber geschrieben wird, ist absoluter Bullshit, aber die Menschen glauben ja heute sogar, dass Senioren ihre &#8222;Wohnung gekündigt wurde, um Flüchtlinge einzuquartieren&#8220; und dass man &#8222;iPhones für 5 Euro&#8220; auf Facebook kaufen kann, wenn man nur seine Kreditkartennummer angibt. Aber solche Schwachköpfe haben es wahrscheinlich gar nicht bis zum Ende dieses Textes geschafft &#8211; und lesen diesen schönen Schlusssatz leider gar nicht mehr.</p>
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