Welche Gitarre ist es?

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  1. Vogel Balance

    Für 90 Euro bei eBay gekauft, Nachbau durch die Firma Kirkland. Jahrelang mit dem originalen Shadow – Piezo gespielt, jetzt mit einem Custom hexaphon Pickup – System von Basslab. Preamp und Piezos kosteten ca. 350 Euro. Summe: €440,

  2. Epiphone EJ200

    Für 300 Mark (Ja, D-Mark) neu gekauft. Immer noch mit dem originalen Shadow – Piezo. Keine Defekte seit 1997. Kosten: €150,-

  3. Godin Multiac „Jazz“

    Für 1000 Euro gebraucht gekauft, NP eher das doppelte. Hat einen 6-fach Piezo verbaut, der hier bei der Aufnahme zu hören ist. Straßenpreis: €1200,-

  4. Seagull Entourage Mini Jumbo

    Gebraucht bei eBay gekauft, hier zu hören: Das originale Quantum 1 Piezo – Pickupsystem. NP ca. €600,-

  5. Seagull Maritime Mini Jumbo Cw Gt Q2

    Neu gekauft, hier mit dem Quantum 2 Preamp, der Piezo & ein Mikrofon kombiniert. Neupreis ca. €900,-

  6. Johnson Trailblazer

    Reisegitarre, gebraucht für 15 Euro gekauft. Tonabnehmersystem (das billigste, das ich finden konnte) für 17 Euro eingebaut. Gesamtkosten: €32,-

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Welche 3 Gitarren klingen Deiner Meinung nach am besten?

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21 Gedanken zu „Welche Gitarre ist es?

  1. Oh wie bitter, das kenne ich. Blindtests sind das Ende jedes Gitarristen-„Voodoo“. Das ist sehr mutig von dir. Wenn du mal wieder vor einem Regal im Musikladen stehst, solltest du immer an den Blindtest denken, du wirst vermutlich viel Geld sparen. Seien wir doch mal ehrlich. Dieses ganzen Gitarren-Roulette machen wir nur für uns selbst, im Publikum interessiert die Leute das nicht. Die wollen jemand sehen, der Leidenschaftlich Musik macht, Perfektion oder teure Instrumente sind da nicht interessant.

  2. Danke für diesen schönen Kommentar! Ich würde mich sehr freuen, wenn ich mich mehr mit dem Musikmachen an sich beschäftigen könnte als mit meinem Bühnensound – und deshalb wollte ich diesen Blindtest für mich selbst machen. Ihn auch anderen zugänglich zu machen, hielt ich für eine gute Idee, weil ich so prüfen kann, ob ich mit meinem Gefühl sehr weit vom Hörempfinden anderer Menschen entfernt bin.

  3. Die EJ 200 zu erkennen war nicht schwer. Die wummert völlig ohne Eqalizing ordentlich, was bei einem Korpus von der Größe eines mittleren Kleiderschranks ja auch kein Wunder ist. Ansonsten mochten meine Ohren bei der „Blindverkostung“ die Produkte aus dem Hause Godin: 3,4 und 5 waren die Favoriten, die Nummer 4 auf dem ersten Platz.

    Sicherlich spielen die Hörgewohnheiten bei der Bewertung die entscheidende Rolle. Die Nummer 6 liefert beispielsweise diesen inzwischen vielen Ohren vertrauten, etwas elektrischen Piezo-Klang. Ich find’s grauslig, andere Zeitgenossen mögen genau das als angenehm weil bekannt empfinden. Andersrum gefällt mir die Nummer 4 wahrscheinlich vor allem, weil ich selber zwei ältere Seagulls mit dem seinerzeit aktuellen Quantum-System besitze und mich an diesen Klang gewöhnt habe.

    Letztlich alles Geschmacksache, Objektivität gibt es da nur in sehr begrenztem Maße. Obendrein hat erfahrungsgemäß jedes noch so eigenartig klingende Instrument seine Daseinsberechtigung: Bei irgendeinem Stück passt genau dieser Klang plötzlich wie die Faust aufs Auge. Aber da sind wir beim Thema Studio und Aufnahmen.

    Was die Bühne angeht, stimme ich Alex völlig zu. Da zählt vor allem die eigene Performance, und dafür ist ein möglichst verlässliches und vielseitiges Arbeitspferd das Instrument der Wahl. Genau für diese Zwecke nehme ich gern eine ordentlich verarbeitete, aber günstige China-/Vietnam-/-Indonesien-Geige her, bei der es obendrein nur ein Zehntel so weh tut, wenn irgendein Besoffener in den Korpus latscht – im Moment übrigens auch eine EJ 200, allerdings eine neuere. Einen brauchbaren Preamp davor (LR Baggs Para oder so), damit man je nach „Tageshörlaune“ noch ein bisschen korrigieren kann, und alles ist gut. Das Edelholz aus G7-Staaten bleibt in den meisten Fällen schon lange zu Hause.

  4. Ja, die EJ200 war fast 10 Jahre lang mein Arbeitspferd der Wahl. Sehr charakteristisch, wenn man sie gewöhnt ist. Im Blindtest habe ich sie allerdings erst mit der Seagull Entourage verwechselt. Die EJ200 wurde leider mit (meinem) wachsendem Bauchumfang immer unbequemer zu spielen. Ich bin heutzutage ein Fan der Vogel – Klampfe, weniger wegen des Gesamtsounds, sondern vor allem, weil sie leicht, super bespielbar und bequem zu tragen ist. Niemals Feedback auf der Bühne und ein sehr berechenbarer Sound, den man gut mit EQ hinbiegen kann. Das, was ihr an „Akustikgitarre“ fehlt, gleicht sie durch praktisches Handling 3fach wieder aus.

  5. Ja, die Vorlieben ändern sich im Laufe der Zeit je nach Anwendungssituation (und Körperumfang). Ich hatte eine ganze Weile lang vornehmlich eine Variax 700 Acoustic im Einsatz, vor allem wegen der seinerzeit benötigten Soundvielfalt. Da war dieser „Gitarrencomputer“ die perfekte Alternative zum Rumschleppen von drei oder vier Instrumenten plus Effektgedöns im 19″-Format.
    Im Moment geht es vornehmlich um solides Rhythmusgeschrammel, und da ist die EJ200 optimal: laut, durchsetzungsfähig, berechenbar ist sie sowas wie eine Loden O25 für Arme. Obendrein ist das System nahezu rückkopplungsfrei und das Instrument liefert mir jede Menge spürbare Vibration an den Körper – etwas, das ich einfach als Wohlfühlkomponente schätze und bei Solidbody-Piezos regelmäßig vermisse.
    Eine Sonderedition der EJ200 mit „scalloped back“ wäre allerdings auch mein Traum 😉

  6. Bei mir ist das Arbeitstier eine Yamaha APX-9C – schmaler Korpus, daher hängt sie gut vorm Schnitzelfriedhof, der Piezo klingt überall ok, ich „enhance“ das Signal noch mit einem Zoom A3, da hast du überall Pegel und denselben Sound – sagenhaft!

  7. Die Geschichte mit dem Preamp… das ist dann der zweite Schritt. Mein Voicelive 3 von TC bietet fast unendliche Möglichkeiten, den Klang zu verschönern. EQs, Kompressor, Gate, was man sich eben wünschen kann. Ich sollte vielleicht im zweiten Schritt die Beispiele noch einmal bearbeitet hochladen, nur um zu sehen, ob sich die Vorlieben der Hörer dann verschieben, oder ob sie nicht doch alle relativ ähnlich klingen.

  8. Ist schon krass, oder? Die Godin, die hier ganz weit vorne liegt, erntet normalerweise bei den Gitarristen starke Kritik. „Die kann mit einer richtigen Akustikgitarre nicht im Ansatz mithalten“ oder „Bring lieber Deine Seagull mit“ sind Sätze, die bei den Kollegen schon mal fallen. Das passiert aber offensichtlich nur, wenn sie das Instrument dazu sehen können 🙂

    Mein Eindruck ist, dass man als Gitarrist zur Hälfte von der haptischen Rückmeldung am Bauch den Sound abzulesen versucht. Das Problem hatte ich speziell, als ich die ersten Konzerte mit der dünnen, (akustisch) leisen Vogel Balance gespielt hatte. Du bekommst vom Instrument einfach keine Vibration, keine Rückmeldung. Das hat dazu geführt, dass ich immer reingehauen habe wie ein Henker, weil ich das Gefühl hatte, die Gitarre wäre zu leise. Alles Unsinn!

    Mittlerweile benutze ich In-Ears, da weiß man immer ziemlich genau, wie laut alles ist 🙂

  9. Als klangtechnischer Vollpfosten haben mich 3 und 5 überzeugt und 6 war sofort die Billigklampfe. Bei einer Bier-Blindverkostung habe ich schon viel verrückter bewertet.

  10. Welche Schlüsse ziehst Du denn nun aus der akustischen Massenblindverkostung? Dass die etwas teureren Geigen ihren Preis doch irgendwie wert sind?

  11. Im Gegenteil. Ich sage: Mit ein wenig EQ ist es eigentlich egal, was ich mit auf die Bühne nehme. unabhängig vom Preis. Die kleine Travelguitar von Johnson bekommt noch einen anständigen Pickup, dann klingt sie nicht mehr so extrem billig. Kollege Thomas Schuber hat in seiner Johnson einen Shadow Nanomag, der klingt sehr anständig. Wird getestet!

  12. Yepp, Nanomag kann ich auch empfehlen. Verrichtet in einer Irish Bouzouki seinen Dienst und klingt dort recht gut. Die aktuellen EJ200s sind ja auch mit dieser Nanomag/Nanoflex-Kombi ausgestattet. Das bringt das Instrument vergleichsweise authentisch rüber.

  13. DIe 3 und die 6, kuriose Mischung würde ich sagen, eindeutig daß die Godin am vollsten klang, deswegen 1. Wahl.
    Die Johnson war für mich unter den anderen die prägnanteste wohl wegen dem eher durchsetzungsfähigen Klang? Die andern waren mir zu zahm und/oder die Mitten und Höhen zu sanft und dumpf.
    Oder ich hab einfach schlechte Ohren 🙂

  14. Das finde ich mal geil. Zwei gegensätzlichere Instrumente hättest Du Dir nicht aussuchen können, sowohl preislich als auch klanglich 🙂

  15. War mir schon bewusst, daß die total unterschiedlich klingen, aber bei den anderen fehlte mir irgendwas am Klang, gut ich hab’s auch nur über Laptop Lautsprecher gehört 😀

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